Besser jetzt, als nie!


Ein Plädoyer für mehr politisches Engagement


Ca. 48 Stunden ist es her seitdem uns mit der Geschwindigkeit eines Fallbeiles ins Bewusstsein getreten ist: Trump und seine Anhänger sind eine Realität vor der wir zu lange die Augen verschlossen haben.

Seien wir doch mal ehrlich: Die Amerikaner sind nicht dümmer als die Europäer. In Wahrheit sind sie radikaler. Und das gezwungenermaßen.

Im Vergleich zur deutschen Parteienlandschaft – in der man sich nur all zu gerne verliert, um sich am Ende bei keiner Partei aufgehoben zu fühlen – wählen die Amerikaner alle 4 Jahre zwischen Rot oder Blau.

Der Großteil der amerikanischen Bevölkerung hat sich dieses Jahr nicht nur für eine Farbe entschieden, der Großteil der amerikanischen Bevölkerung hat sich für den Umbruch entschieden. Und das beweist: Der Wunsch nach Veränderung ist derzeit größer, als der Wunsch nach Würde.

Ich möchte mich in diesem Beitrag PRO Veränderung und CONTRA Angst aussprechen. Ich will keine Angst haben vor Rassisten, Faschisten oder schlicht wirtschaftsdiktierten Charaketeren, die zu außergewöhnlicher Macht geraten. Ein Blick in die aktuellen deutschen Tagesnachrichten reicht, um mich zumindest soweit zu positionieren.


Womit lassen sich Ängste am besten bekämpfen? Mit Taten.


Heute ist der 11. November 2016. In den deutschen Medien wird gesprochen über:

1. Demagogischer Populismus

Von demagogischen Populismus wird gesprochen, wenn Politikern dem Volk nach dem Mund reden und sie damit verführen. Warum diese Taktik – nicht nur bei Trump – so erfolgreich ist? Ganz einfach: Zur Zeit fühlen sich viele Menschen mit ihren Problemen alleine gelassen und unverstanden. Politiker und Medien haben es lange versäumt diesen Menschen Gehör zu verschaffen. Ja noch viel mehr, werden sie wie Trump nicht ernst genommen und als Witzfiguren abgestempelt.

Was kann ich gegen demagogischen Populismus tun?

  • Den Ursprung der Ängste und Sorgen derjenigen, auf die Populismus eine große Wirkung hat, analysieren und überlegen wodurch sie geheilt werden können.
  • Seine sozialistische Ader neu entdecken: Menschen, die Anti-Umverteilung und generell nicht zum Teilen bereit sind werden sich schwer tun Verständnis für die Sorgen anderer aufzubringen. Dabei erfährt man doch schon als Kleinkind: Teilen schweißt eine Gemeinschaft auf gesunde Art und Weise zusammen.
  • Beim nächsten Gang an die Wahlurne genau überlegen, was man sich nicht nur für die eigene Nase, sondern auch für die Nase eines anderen wünscht.
  • In die Diskussion gehen! Auch wenn sich Diskussionen in einem demokratischen Prozess langwierig und nervenaufreibend gestalten.
  • Am Ende: Laut werden! Sich deutlich gegen Populismus aussprechen und damit Widerstand leisten – ganz egal wo, ob auf der Straße, einem Blog, Twitter oder Co.

2. Gabriel stoppt den Klimaschutzplan

Knapp vorbei. Diese Geschichte hätte tatsächlich beinah in der Trump-Hysterie untergehen können. Dabei ist es ja eigentlich keine neue Geschichte, dass selbst ehemalige Umweltminister plötzlich zugunsten von Industrie und Gewerkschaften entscheiden und sich damit der Klimaschutz ein weiteres Mal hinten anstellen darf.

Was kann ich gegen Gabriel & Co tun?

  • Sich genau überlegen, wo man sein Kreuzchen bei der nächsten Wahl setzt.
  • Auch in diesem Fall hilft laute Empörung. Seine Meinung kund zu tun hilft dabei nicht nur einem selbst, sondern auch den Mitmenschen, ihre eigene Weltanschauung zu reflektieren.
  • Der Klimaschutz und ich: Und was tust du so? Schon klar, dass sich auf Luxus schwer verzichten lässt. Andererseits Luxus ist kein Luxus, wenn er immer und stetig vorhanden ist. Ist es für dich Luxus mit dem Auto in die Arbeit zu fahren? Falls es eher Normalität ist, gönne Dir doch mal wieder ein bisschen Luxus und fahre erst eine Woche lang mit der Bahn zur Arbeit, bevor Du Dich dann wieder in Dein luxuriös-gemütliches Auto setzt.

3. Angriffe auf Flüchtlinge

Das Unbekannte als den Feind zu verteufeln scheint ein intuitiver menschlicher Reflex zu sein. Auch in Anlehnung an die Trump-Wahl lässt sich das nur um ein weiteres Mal bestätigen.

Wie kann ich Angriffe auf Flüchtlinge verhindern?

  • Auch in diesem Fall bietet es sich an, einfach ein Gegenbeispiel zu sein und darauf ebenso aufmerksam zu machen. Sich für Integration zu engagieren muss nicht immer bedeuten, sein gesamtes Privatleben dieser einen Sache zu verschreiben. Das Unterzeichnen von Petitionen, die Teilnahme an Kundgebungen und Demonstrationen, zusammengefasst das öffentliche Teilhaben an Debatten –  das ist definitiv der aktivere Weg, als sich in seinen eigenen 4 Wänden wegzuducken und zu behaupten, dass alles beträfe einen gar nicht.

Was sollten wir also ändern?


Seit gestern liest man in der Presse ständig Sätze, wie: Ab heute kann es sich niemand mehr leisten unpolitisch zu sein!

Das Erschütterne ist aber wohl eher die Erkenntnis, dass man es sich noch nie leisten konnte unpolitisch durch die Welt zu gehen. Unser Zusammenleben auf dieser Erde ist schließlich alltägliche Grundlage.

Wer wirklich etwas verändern will, der greift mitunter zu drastischen Mitteln. Bis man soweit kommt, ist man in der Regel schon einen weiten Weg gegangen.

Ein Schlüssel für uns alle könnte also mehr Aufmerksamkeit für die Umwelt sein.

Wer aufmerksam ist, sollte auch aufmerksam machen. Er sollte sich Gehör verschaffen. Ob generell auf Zustände oder Misstände.

Wie bei so vielen anderen Dingen, lässt sich am Ende des Tages auch für unser politisches Handeln wieder einmal auf Kant und seinen Kategorischen Imperativ zurückgreifen:

 

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

 

Wer beginnt sich aktiv für eine Sache zu engagieren, der wird sicherlich auch noch größeres, bisher unbekanntes Unheil erleben. Mit der gleichen Sicherheit wird er überrascht sein, von der Güte, dem Mitgefühl und der positiven Kraft die Menschen an vielen Orten gemeinsam entwickeln können.

Neueste Kommentare

Desiree Verfasst von:

Favorite Place: Zuma Beach - Malibu | Favorite Label: Etro | Favorite Music: Massive Attack | Favorite Movie: La Grande Bellezza | Favorite Food: Mousse au Chocolat

Ein Kommentar

  1. Sabine
    14. November 2016
    Antworten

    Ein echt schwieriges Thema,

    ich teile jedoch deine Meinung, denn ich lebe auch nach dem Motto

    lasset den Reden Taten folgen!!!!!

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