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Munich Vernissage

Fantastic Munich: Holiday Extras Vernissage

Ein sehr persönlicher Bericht über die erste Holiday Extras Foto Ausstellung

veranstaltet von Holiday Extras & Make a Wish Deutschland

 

 

Eine Vernissage im Gebäude des eigenen Arbeitgebers wirft so einige Fragen auf.

Aber um von vorne zu beginnen: Es ist 17 Uhr, ein für Januar ungewöhnlich milder Mittwochspätnachmittag. Die Ankündigung einer Ausstellung unter dem Dach von Holiday Extras sorgt bereits im Vorfeld bei mir für eine gewisse Skepsis. Grund ist der Tenor: “Im Hintergrund steht ein guter Zweck” und “Unter unseren Mitarbeitern schlummern wahre Künstler”.

Nicht, dass ich meinen Kollegen keine künstlerischen Fähigkeiten zutrauen würde – viel eher beunruhigt mich die Frage, wie ich denn das tatsächliche kreative Potential, das gute Auge, ein besonderes Gespür erkennen, ja oder sogar persönlich beurteilen soll. Immerhin ist es sehr leicht, ins Haus der Kunst zu schlendern und sich dort die Werke öffentlich deklarierter Künstler anzuschauen: Man findet die Arbeiten entweder umwerfend inspirierend, einfach nur scheußlich oder eben irgendwas dazwischen. Vermeintlicher Fakt bleibt aber: Im Haus der Kunst ist Kunst zu sehen.

Im Klartext: Mir graut es, bei der Vorstellung, in wenigen Minuten verkrampft vor den Urlaubsfotos aka Fotografien meiner Kollegen zu stehen, in einem Raum mit viel zu niedrigen Decken, zu viel Büro-Teppich und schlechter After-Work Luft. Zumindest Sekt wird es ja geben!

Außerdem: Bereits im Vorfeld wette ich mit mir selbst, mindestens ein Sonnenuntergangsbild zu Gesicht zu bekommen.

Die kompletten Einnahmen der verkauften Fotografien und Gemälde werden an Make a Wish Deutschland – langjähriger Partner von Holiday Extras – gehen.

Verdienen tut hier also niemand der Aussteller. Im Gegenteil. Schließlich ist es ja nicht so, dass meine Kollegen ihre Fotografien alle bei sich zuhause auf Forex ausgedruckt rumliegen haben. Allein das Engagement, dass neben der Arbeit für diesen Event aufgebracht wurde, verdient schlicht Anerkennung.

Auch dass zwischen Make a Wish und Holiday Extras eine echte Zusammenarbeit besteht, lässt sich an diesem Aspekt erkennen. Make a Wish erfüllt Kindern mit lebensbedrohlichen Krankheiten einen Wunsch aus gesammelten Spenden. Um den Verein spinnen sich die schönsten Geschichten, wie nur das Leben sie schreibt: Eine langersehnte Reise in die Türkei wurde für Yunus und Mehmet Wirklichkeit. Dustin trifft auf seinen persönlichen Helden Mario Götze. Und Felix konnte mit Hilfe der Spender nach Walt Disney Land reisen.

Selbstdarstellung? – Fehlanzeige!

Mit Make a Wish im Hintergrund wird schnell klar, dass es hier weniger darum geht zu zeigen, was man kann, sondern Spaß an der Sache selbst zu haben. Viele zeigen ihre Fotografien oder Gemälde zum ersten Mal. Ein gutes Feedback der Gäste schmeichelt, Kritik wird selbstironisch oder mit Humor aufgenommen.

Mit dem Fotografieren ist es, wie mit allem: Nicht jeder kann es. Aber jeder kann es lernen. Die nötige Übung und Hingabe macht den Meister.

 

Fotografie von Annette Jaromin

HEX Vernissage Annette Jaromin

HEX Vernissage Annette Jaromin text

 

Fotografie von Lisa Wiechert

HEX Vernissage Lisa Wiechert

HEX Vernissage Lisa Wiechert Text

 

Fotografie von Tony Ramos

HEX Vernissage Tony Ramos

HEX Vernissage Tony Ramos Text

 

Fotografie von Peter Sturz-Schreiber

HEX Vernissage Sturz-Schreiber

HEX Vernissage Sturz-Schreiber Text

 

Fotografie von Daniela Hausch

HEX Vernissage Hausch

 

Art von Florian Eschert

HEX Vernissage Florian Eschert

 

Künstler sein oder nicht sein – Das ist hier die Frage!

Ich habe Recht behalten. Mindestens eine Sonnenuntergangs-Fotografie wurde gesichtet. Aber Mal ehrlich: Auch meine liebsten Urlaubsfotografien sind die von gewaltig belichterten Himmeln und Landschaften. Gleich danach kommen Fotografien von interessanten Menschen. Und dann wären da noch die Fotografien, die bestimmte Stimmungen und Lebensgefühle einfangen. Alle drei Sujets konnte ich auf der Vernissage finden. Am Ende ticken wir eben doch alle im gleichen Takt.

Habe ich für mich einen neuen Künstler unter meinen Kollegen entdeckt? Ja und Nein. Das Kriterium, Künstler sei, wer über sein Werk druckreif sprechen könne, traf in diesem Fall auf viele zu. Auch mein persönliches Kriterium für Kunst, habe ich in vielen Werken gespiegelt gesehen: Ein waches Auge für das Besondere in unserer Umwelt zu haben – und sei es auch noch so klein und scheinbar unbedeutend. Und (vielleicht noch weitaus bedeutender): Sich ein Handwerk eigen zu machen, eben jenes Besondere einfangen zu können.

“Kunst beginnt, wo die Leidenschaft dich nicht mehr rasten lässt! “ Kris Tell

Fazit: Am Ende gibt es kaum etwas schöneres, als wenn Menschen beginnen sich zu öffnen. Es kostet Überwindung sich ehrlich zu zeigen. Das Offenbaren privater Leidenschaften und Ansichten ist schließlich erst das, was individuelle Anknüpfungspunkte schafft. In einer Bürogemeinschaft ist es Gold wert! In der Kunst, ein absoluter Verkaufsförderer.

 

Was wir sonst noch sagen wollten:

  • Besonderer Dank geht an die hauptverantwortlichen Organisatoren Kris Tell und Jessica Alarich.
  • Auf Forex gedruckte Fotografien sind noch bis zum 11.02. bei Holiday Extras in der Aidenbachstr. 52 für 25 € zu erwerben. JPGs aus den Katalogen der Aussteller werden für 10 € abgegeben.

 

Comments (2)

  1. Ich finde, da waren ein paar nette Fotos dabei, denn schliesslich ist es gar nicht so einfach ein gutes Motiv auch wirklich gut in Szene zu setzen.
    Bist du nicht etwas zu streng mit deiner Meinung ueber die Kuenste deiner Kollegen???!

    1. Ich habe auch nicht gesagt, dass ich die Fotos und Bilder nicht nett fand 🙂 Im Gegenteil. Ich habe selbst eine Fotografie gekauft und arbeite auch aus kreativen Aspekten sehr gerne mit meinen Kollegen zusammen. Es ging mir im Vorfeld (und auch im Nachhinein) eher um die Auseinandersetzung mit der Frage, was ich selbst als Kunst bezeichnen würde und was nicht. Und um die ehrliche Angst davor, dort an diesem Abend vielleicht „Kunst“ nur als Aushängeschild für ein Unternehmen präsentiert zu bekommen, ohne dass auch wirklich Kunst dahinter steckt.

      Der Beitrag sollte in diesem Sinne vor allem dazu anregen, sich zu überlegen, wie man für sich selbst Kunst definieren möchte.

      Einige Anregungen habe ich, denke ich, dazu gegeben 😉

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