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Fashion Trends der kommenden Saison

Ein Nachbericht zur PREMIUM FALL/WINTER 2016/17 in München

Fashion Week Berlin, Fashion Week Paris, Fashion Week Barcelona… Fashion Week München? Leider nein. Von einer offiziellen Fashion Week ist München noch immer weit entfernt. Trotzdem gibt es da zweimal im Jahr diese Zeit, in der auch im beschaulichen Minga die Fashion Crowd an mancherlei Orten zusammenstößt, um sich über kommende Trends auszutauschen. Jung-Designer werden entdeckt, alte und neue Fashion-Labels finden alte und neue PR-Agenturen. Der Münchner Blogger freut sich, dass ihm in Sachen Fashion-Events auch endlich Mal was geboten wird.

Februar ist die Zeit der Münchner Modemessen

Natürlich spricht auch der Münchner lieber von der „Fashion Exhibition“ oder „Trade Fair“, als von einer Modemesse. Messe klingt irgendwie so gar nicht sexy. Die PREMIUM MÜNCHEN ist tatsächlich eine relativ schlichte Messe, irgendwo abgelegen im Norden der Stadt, von der breiten Publikumsmasse abgeschottet und nur der Welt von Fach zugängig. Die konkrete Bezeichnung der Veranstaltung lautet dementsprechend PREMIUM ORDER FALL/WINTER 2016/17. Ziel der Aussteller: Klamotten, Schmuck, Accessoires und Schuhe an den Fachmann bringen. Hier kaufen Einkäufer ein. Public Relation Agenten gehen ihrem täglich Brot nach. Aber auch der ein- oder andere Redakteur verirrt sich in die Hallen des MOC. Wer sich rechtzeitig als Fashion-Blogger oder freiberuflicher Texter ausweisen kann, erhält ebenso ein kostenloses Eintrittsticket in die Welt der kommenden Trends.

Sitzecken mit Aussicht auf gesunde Smoothies

Wären da nicht die vielen gratis Modemagazine und offen gestalteten Sitzecken gewesen – ich wäre wahrscheinlich viel schneller wieder weg gewesen. Sobald man mich in die Menge der Fashion People wirft, fange ich jedes Mal an, mich „socially awkward“ zu fühlen. Noch ein Zeichen dafür, dass es für mich als Berufseinsteigerin gut war, auf dem Weg in die Mode PR gleich wieder umzukehren. Von der bequemen Couch, mitten im Zentrum der Halle 4, komme ich erst Recht nicht umhin zu beobachten, wie man sich gegenseitig beäugt. Auch ich werde beäugt. In jedermanns Augen scheint es hier aktuell nur eine einzige Frage zu geben: Ist mein Gegenüber eventuell eine für mich wahnsinnig wichtige Person? Und wenn ja: Wie soll man bloß miteinander ins Gespräch kommen?

Da ist es auch schon passiert. Ich werde auf meine Schuhe angesprochen. Wo ich die denn her hätte? – Von Mango. – Nein, sowas. – Tja, es muss eben nicht immer Aigner sein. – Und auch noch aus echtem Leder. – Wirklich ganz toll. – Und so schön schlicht! Ich nutze den kleinen Plausch dazu, um in den Augen des wohl hübschesten Mädchen im ganzen Raum kurz zu versinken und gleichzeitig meine Flucht zu planen. Ich hätte mir defintiv eine Smalltalk-Person mitnehmen sollen. Smalltalk kann ich einfach nicht. Deswegen lasse ich mir von dem engelsgleichen Wesen mit perfekt sitzenden Locken den Weg in Halle 3 zeigen.

Fashion Trends Premium München

Auch in Halle 3 gibt es Sitzecken. In einer werden über mehrere Screens live Vorträge der FashionTech Berlin übertragen. Ziemlich erstaunlich: Egal, was man heute verkaufen möchte, an Online Marketing und Social Media gibt es kein Vorbeikommen. Das gilt für Mode ebenso, wie für Parkplätze. Die Vorträge der „Conference on the Future of Fashion“ bestärken mich wieder darin, mittlerweile den richtigen Berufsweg eingeschlagen zu haben. Immerhin erfahre ich in dem aktuell laufenden Beitrag über Pinterest nichts Neues. Grundwissen eines jeden Online Marketing Managers.

Diese Erleuchtung und das Schuhkompliment verleihen mir dann doch genügend Mut, um mich ins Getümmel der Aussteller zu stürzen.

Erster Halt: Lena Hoschek

Wie man sich in der Weiblichkeit der Lena Hoschek Kollektionen nicht wohlfühlen kann, wird mir persönlich wohl auf immer ein Rätsel bleiben. Aber Geschmäcker sind ja bekanntlich sehr verschieden. Die aktuelle Früjahr-Sommer Kollektion „En Provence“ gleicht einem perfekt emanzipierten Mädchentraum. Romantisch stark sein! Ganz ohne Kitsch! Romy Schneider und Jane Birkin waren Inspiration.

Fashion Trends Lena Hoschek Fashion Trends Lena Hoschek 2

 

Zweiter Halt: Fish in the Sea

Die Taschen von Fish in the Sea passen genau in mein Beute(l)schema*. Klassisch schlicht mit dem gewissen extra Twist. Die vielen bunten Exemplare fallen mir erst zuhause im Online Shop wieder auf. Auf der PREMIUM sehe ich vor allem einfarbiges – in allen Farben des Meeres. Aber gut, hier geht es ja auch bereits um die nächste Winter-Kollektion. Auch eine ethische Frage hebt Fish in the Sea wieder aus meinem Unterbewusstsein hervor: Ist Python-Leder ok? Ist Leder für mich als Vegetarierin überhaupt zu verantworten?

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*Den Wortwitz konnte ich mir einfach nicht verkneifen.

Dritter Halt: TomShot Berlin

Mit großer Wahrscheinlichkeit ist dieses Label für Euch nichts Neues. Für mich war es das allerdings! Der Schmuck hat definitiv mehr Präsenz, als gewöhnlicher Modeschmuck. Woran genau das liegt kann ich nicht sagen. Aber ich werde das Gefühl nicht mehr los, dass mir schon sehr bald häufiger TomShot Armbänder und Ketten in der vollen Ubahn entgegen baumeln werden.

Tom Shot Fashion Trends Armband

Vierter Halt: Possum

Hachja… In Possum bin ich wirklich verliebt. Der Slogan „Fine Accessories“ spricht für sich. Und auch das von Coco Chanel geliehene Zitat zur Beschreibung der Possum Philosophie trifft bei mir voll ins Mode-Herz: Simplicity is the keynote of all true elegance!

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Fünfter Halt: Beck Söndergaard

Um ehrlich zu sein: Bei den kultigen Schals mit Sternen aus Kopenhagen scheint sich nicht viel Neues zu tun. Was sich verkauft, verkauft sich eben. Beck Söndergaard Tücher werden uns also auch noch nächstes Jahr einfach gute Laune machen.

fashion trends 2016 beck söndergaard

 

Sechster Halt: Juvia

Wer nach Beck Söndergaard von Sternen noch immer nicht genug hat, schaut einfach bei Juvia vorbei und überzeugt sich von der kuscheligen Flauschqualität der Loungewear. Ich würde sagen: Calvin Klein Pjamas waren gestern. Juvia ist der neue Trend.

 

Außerdem entdeckt: Kismet Yogastyle

Kismet Yogastyle habe ich auf der Couch in Halle 4 sitzend in der Labels to Watch Ausgabe der TextilWirtschaft entdeckt. Das Unternehmenskonzept ist einfach großartig und spricht mich gleich auf doppelte Art und Weise an: Yogakleidung, die aus recycelten PET-Flaschen besteht. Ich glaube ganz fest daran: Mit viel Yoga und viel Recycling schreiten wir in kleinen Schritten zu einer besseren Welt voran 🙂

 

Fazit:

Messen bleiben Messen. Man braucht eine gewisse Ausdauer und Leidenschaft für deren Besuch. Dafür spricht auch, der hohe Anteil an Turnschuhträgerinnen im MOC. Als Besucher ohne konkretes Ziel kann man sich dennoch wunderbar an den vielen schönen Dingen um einen herum erfreuen. Mich persönlich erfreut besonders, die anscheinend so unaufgeregt daher kommende nächste Saison getreu dem Motto: Weniger ist mehr! Und: Das Exklusive liegt im Detail! Im nächsten Jahr werde ich definitiv viel Zeit zum Shoppen brauchen.

 

One comment

  1. Ich glaube, das war eine sehr interessante Messe. Du hast diese so gut beschrieben, das ich mir wuenschte , ich haette auch einen Presseausweis und koennte mich dann auch in diese bunte Menge mischen!!

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